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Psychische und physische Grenzen der Belastbarkeit

Für Extremsportler Michael Strasser sind bereits knapp 4.500 Kilometer in Weltrekordzeit absolviert, nach Äthiopien kommt mit Kenia eine neue Herausforderung.

WIEN/NIEDERÖSTERREICH/BURGENLAND/AFRIKA. Seit 30. Jänner 2016 ist Michael Strasser im Kampf gegen die Zeit täglich mehr als 15 Stunden am Rad unterwegs. Nach den ersten beiden Ländern Ägypten und Sudan, starteten in Äthiopien die ersten Bergetappen. Man kennt das Land vom großen Kaffeeanbau im Hochland Äthiopiens. Der Extremsportler musste erstmals seine Kenntnisse im Bergfahren auspacken. „Das Training in Österreich macht sich jetzt bezahlt, in Äthiopien habe ich mit 47 Grad Celsius in der Mittagssonne zu kämpfen“, schildert Strasser. Durchschnittlich legte er in den letzten Tagen 270 Kilometer mit 4.000 Höhenmetern pro Tag zurück. Damit war an ein schnelles Weiterkommen nicht zu denken. „Wir absolvierten extra lange Etappen, um möglichst viele Kilometer zurücklegen zu können.

Vorsprung von zwei Tagen gehalten

Beachtenswert bleibt weiterhin die phänomenale Marke im Kampf um den Weltrekord. Michael Strasser liegt noch immer zwei Tage vor dem aktuellen Weltrekord. „Ich versuche einfach zu fahren, der Rest ergibt sich dank meiner Crewmitglieder Ingrid Kiselka und Christoph Wisser von selbst“, weiß Strasser um die Wichtigkeit seines Betreuerteams.

Für kurze Zeit war der Weltrekordversuch in Gefahr. Seit einigen Tagen nehmen die drei die Tabletten zur Malaria-Prophylaxe ein. Anscheinend konnte der Extremsportler die Medikamente nicht gut verarbeiten und so entwickelte sich ein Hitzeschlag, der dem Team einen halben Tag Pause kostete. „Wir mussten Michael wieder langsam aufbauen, denn eine Schwächung des Körpers zu Beginn eines solchen Projektes kann Langzeitfolgen entstehen lassen“, war Ärztin Ingrid Kiselka um ihn besorgt.

Die letzten Tage zerrten nicht nur körperlich an den letzten Kraftreserven, sondern waren auch in psychischer Hinsicht fordernd. Viele positive Erlebnisse stehen negativen Ereignissen gegenüber. „Mit unserem Teamauto glauben die Einheimischen, wir seien eine Hilfsorganisation und fordern von uns Geld und Lebensmitteln. Außerdem wurde ich, wenn ich ohne Begleitauto fuhr, öfters mit Steinen von Kindern abgeschossen oder versucht, mich zu schlagen“, zeigt Strasser das Sicherheitsrisiko auf. Für die gesamte Crew ist es nervenaufreibend, die Situation der Armut mit gleichzeitiger Aggression täglich zu sehen.

Ausblick auf die nächsten Tage

Die Sicherheitslage wird mit Kenia, das bereits am Montag, den 15. Februar erreicht werden soll, nicht besser. „Wir haben in Addis Abeba, der Hauptstadt Äthiopiens die Wasserreserven und den Lebensmittelhaushalt aufgefüllt, damit wir in Kenia keine Zeit verlieren“, sind die Betreuer Kiselka und Wisser gut vorbereitet. Im vierten Land werden die drei in Hotels schlafen müssen, da die Sicherheit im Landesinneren nicht gegeben ist. Vom Sportlichen her wartet auf Michael Strasser eine Tagesetappe mit 1.800 Höhenmetern, der Mount Kenia, das zweithöchste Bergmassiv Afrikas. Innerhalb von drei Tagen soll Kenia mit knapp 950 Kilometern befahren werden. Derzeit hält der Extremsportler (Stand: 13. Februar 2016, 19 Uhr) bei 4.300 Kilometern, somit ist bereits mehr als ein Drittel absolviert. „Die Zahl 4.300 motiviert unheimlich, ich hoffe ich kann mein Leistungslevel hochhalten.“

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